Kulturdenkmal · SA-KD-038 · Forschungsdossier
Kriegerdenkmal
Das Denkmal bewahrt Namen. Hinter jedem steht ein Mensch und eine Lebensgeschichte, von der die Quellen oft nur Bruchstücke bewahren. Der Atlas führt diese Spuren zusammen – so genau wie möglich und ohne Lücken zu verdecken.
Baugeschichte · S20 · S. 8GDKE/JGU · Nachqualifizierung der Denkmalzone↗Wie diese Seite arbeitet
Jeder Name steht für einen Menschen. Deshalb muss erkennbar bleiben, woher eine Angabe kommt.
Ein Name aus dem Denkmalregister, ein Todesort auf einer Verlustkarte und eine Grablage beim Volksbund sind unterschiedliche Belege. Der Atlas führt sie zu einem Profil zusammen, ohne daraus eine einheitliche Quelle zu machen.
Für Namen und Tafeldaten dienen die am 29. August 2026 aufgenommenen Originaltafeln als Referenz. Ältere Sekundärtranskriptionen bleiben als ergänzender Rechercheweg erhalten.
Verlust- und Gräberkarten, Sterberegister, historische Verlustlisten und personenspezifische Volksbund-Nachweise können Angaben bestätigen, präzisieren oder korrigieren.
Bei Widersprüchen gibt der stärkere, personennähere Beleg den Ausschlag. Eine abweichende ältere Überlieferung verschwindet nicht, sondern bleibt als Quellenhinweis nachvollziehbar.
Regiments-, Operations- und Ortsgeschichte erklären den historischen Rahmen. Sie belegen nicht automatisch, dass eine Person an einem bestimmten Einzelgefecht beteiligt war.
Zu den Datumsangaben: Ein Datum auf einer Tafel ist nicht automatisch ein Todesdatum: Besonders bei den Tafeln des Zweiten Weltkriegs nennt die Hauptreihe nur Namen und Daten, ohne die Ereignisart ausdrücklich zu beschriften. Die separate Tafel „Es werden vermisst“ erlaubt dagegen eine eindeutige Zuordnung als Vermisstenangabe. Personenspezifische historische Quellen können ein Tafeldatum bestätigen, präzisieren oder – wie bei Alex Stein – korrigieren.
Zweiter Weltkrieg · 60 Namen
Die Namen des Zweiten Weltkriegs.
60 Namen stehen auf den Tafeln des Zweiten Weltkriegs. Personenbezogene Quellen ergänzen das Denkmalregister dort, wo sich Herkunft, Einheit, Verlustort, Todesursache oder Grablage genauer belegen lassen.
Jeder Name öffnet den Personenleseraum mit den bislang belegten Angaben und den zugehörigen Quellen.
60 Namen
Erster Weltkrieg · 36 Namen
Die Namen des Ersten Weltkriegs.
Die Originaltafeln nennen 36 Personen. Historische Verlustmeldungen und weitere Quellen werden davon getrennt ausgewertet; Veröffentlichungsdaten der Verlustlisten werden nicht mit den Tafeldaten gleichgesetzt.
Die Übersicht folgt dem Alphabet. Ein Klick öffnet die überlieferten Angaben und die historischen Spuren zu einer Person. Unterschiede in der Quellenlage werden dort erläutert, wo sie zur jeweiligen Person gehören.
36 Namen
† überliefertes Todesdatum · Quellenlage im Personenprofil
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 · 3 Namen
Die Namen aus dem Krieg von 1870/71.
Drei Männer aus Sankt Aldegund nennt das Denkmal für den Krieg von 1870/71. Weitere biografische und militärische Angaben stammen aus davon getrennten Quellen.
Die Übersicht folgt dem Alphabet. Wo sich biografische oder militärische Spuren belegen lassen, werden sie direkt der jeweiligen Person zugeordnet. Fehlende Angaben bleiben offen.
3 Namen
† überliefertes Todesdatum · zusätzliche Belege im Personenprofil
Inschriften und Tafeln
Worte des Gedenkens am Denkmal.
Über drei der vier Durchgänge stehen Bibelzitate. Zwei Stellenangaben lassen sich unmittelbar bestätigen; bei der mittleren Inschrift verweist das Denkmal auf einen anderen Vers als der eingemeißelte Wortlaut.
„Die ich gepflegt und genährt, mein Feind hat sie vernichtet.“
Der Wortlaut folgt einer älteren beziehungsweise leicht abweichenden Sprachfassung des Verses.
Vers vergleichen ↗„Sie waren für Gesetz und Vaterland zu sterben bereit.“
Der eingemeißelte Wortlaut findet sich in den geprüften Bibelausgaben in 2 Makkabäer 8,21. Vers 8,24 beschreibt bereits das anschließende Kampfgeschehen. Die Stellenangabe 8,24 gehört jedoch zur historischen Inschrift und bleibt deshalb so dokumentiert.
„Ihre Leichname ruhen friedlich im Grabe und ihr Name lebt von Geschlecht zu Geschlecht.“
Auch diese Inschrift folgt einer älteren Sprachfassung; die Verszuordnung entspricht dem Wortlaut.
Vers vergleichen ↗OriginaltafelnDie Namenstafeln im Detail ansehen+
Fotos: Ben Thoma · eigene Aufnahmen, 29. August 2026 · CC BY 4.0.
Wenn Quellen voneinander abweichen
Was lässt sich entscheiden – und was bleibt offen?
Abweichungen werden nicht einfach gleichrangig nebeneinandergestellt. Entscheidend ist, welche Quelle die konkrete Aussage am direktesten trägt. Manches lässt sich dadurch entscheiden, anderes bleibt offen.
Die Originaltafel zeigt den 17. Juli 1942. Die Verlust- und Gräberkarte des Bundesarchivs nennt dagegen den 15. Juli 1942. Für das Todesdatum folgt das Profil dem stärkeren personenbezogenen Beleg; die Tafelangabe bleibt sichtbar dokumentiert.
Die Originaltafel führt HENRICHS JOSEF mit dem Datum 25. September 1943. In der Familienüberlieferung gilt er als vermisst. Weil die Tafel selbst die Ereignisart nicht nennt, wird dieses Datum nicht automatisch als Todesdatum interpretiert.
Eine Verlustliste von 1919 nennt „Fleiden Johann“ aus „Aldegrund, Zell“. Im derzeitigen Denkmalregister erscheinen zwei Johann Feiden mit unterschiedlichen Todesdaten. Ohne weiteren Beleg bleibt offen, zu welchem der beiden Männer der Eintrag gehört.
Quellenarten
Welche Quelle kann welche Aussage tragen?
Entscheidend ist nicht, ob etwas digital oder gedruckt vorliegt, sondern was die konkrete Quelle tatsächlich belegt. Ein Scan ist keine zweite unabhängige Quelle, und eine Operationsgeschichte ersetzt keinen personenbezogenen Nachweis.
Auch Originalquellen belegen Unterschiedliches: Die Inschrift dokumentiert die Erinnerung am Denkmal, personenbezogene Unterlagen konkrete Lebens- oder Verlustdaten. Der jeweilige Aussageumfang entscheidet.
Eine Wiedergabe macht das Original prüfbar, ist aber keine zweite unabhängige Quelle. Herkunft und Träger des zugrunde liegenden Dokuments bleiben deshalb genannt.
Solche Angebote erschließen Quellen oder bündeln personenspezifische Daten. Ihre Aussagekraft wird nach dem konkreten Datensatz und dem zugrunde liegenden Beleg bewertet.
Diese Quellen erklären, was an einem Ort oder in einem Verband geschah. Eine individuelle Beteiligung belegen sie nur, wenn die Person ausdrücklich genannt wird.
Für mehrere Männer liegen inzwischen Verlust- und Gräberkarten aus dem Bundesarchiv-Bestand B 563-2 vor. Sie wurden digital über Ancestry eingesehen und präzisieren unter anderem Einheiten, Verlustorte, Todesursachen und Erstgräber. Der Atlas übernimmt daraus die belegten Angaben und Archivsignaturen; die Bildreproduktionen selbst werden bis zur Klärung der Nutzungsrechte nicht veröffentlicht.
Neue Quellen verändern einzelne Biografien zum Teil deutlich – und machen zugleich sichtbar, wo noch Fragen offenbleiben.
Diese Seite wächst mit jeder neuen Quelle.
Für viele Namen lassen sich inzwischen konkrete Lebens- und Verlustspuren aus historischen Quellen rekonstruieren. Neu hinzugekommen sind Verlust- und Gräberkarten des Bundesarchivs, die bei mehreren Männern Einheit, Verlustort, Todesursache oder Erstbestattung präzisieren. Andere Namen bleiben bewusst knapper, bis sich ihre Angaben sicherer belegen lassen.
Eine Verlustkarte des Bundesarchivs belegt Johann Müller, geboren am 29. Juli 1908 in Aldegund, als Obergefreiten der 8. Kompanie des Infanterie-Regiments 422. Er fiel am 15. August 1941 bei Kotzy. Sein Name steht auf keiner der Tafeln. Er bleibt deshalb als zusätzliche Aldegunder Militärspur außerhalb des Denkmalregisters.